Therapieformen bei der Borderline Persönlichkeitsstörung:
Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Therapie, DBT, Verhaltenstherapie, autogenes Training, Prog. Muskelentspannung, Ergotherapie
Psychoanalyse
Die klassische Psychoanalyse wurde durchdacht von Sigmund Freud. Die Behandlung erfolgt über mehrere Jahre mit drei bis fünf einstündigen Sitzungen pro Woche.
Die Psychoanalyse geht davon aus, dass innere Konflikte gelöst werden, indem der Weg zurück zu ihrer Entstehung unter dem Schutz der therapeutischen Situation wieder begangen wird.
Größte Bedeutung für die Arbeit hat die Beziehung zwischen dem Analysanden und dem Analytiker.
Diese Beziehung nimmt im Laufe der Therapie die Eigenschaften von in verschiedenen Altersstufen erlebten Beziehungen zu Familienangehörigen oder sonstigen wichtigen Bezugspersonen an. Durch die Arbeit werden Konflikte bewusst und können so, den Fähigkeiten der aktuellen erwachsenen Persönlichkeit entsprechend, gelöst werden.
Die Indikation für die Psychotherapie wird vor allem durch Beziehungsprobleme gegeben, wobei hier wie bei der aus der Psychoanalyse entstandenen so genannten tiefenpsychologisch oder analytisch orientierten Therapie vor allem das Gefühl der Unfähigkeit, mit sich selbst stimmig zu sein und im eigenen Interesse zu handeln, an erster Stelle steht, folglich Selbstwertprobleme, das Gefühl des Mangels an Sinnhaftigkeit, Antriebsstörungen, Entscheidungsunfähigkeit usw.
TiefenpsychologischeTherapie
Die analytisch orientierte Psychotherapie ist ein verbales Therapieverfahren in der Tradition der Psychoanalyse, das auf der Annahme basiert, dass im therapeutischen Gespräch Erkenntnis- und Veränderungsprozesse stattfinden. Dabei wird angesteuert, gegenwärtige Probleme unter der Berücksichtigung innerer, in der Vergangenheit verwurzelter Konflikte zu lösen.
Man geht davon aus, dass diese inneren Konflikte den Hintergrund für aktuelle Probleme bilden können.
Diese Therapie findet idR. in Einzelsitzungen einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen statt. Es können bei Bedarf auch Angehörige hinzugezogen werden, wobei sich die Arbeit in dem Fall um die Probleme des Patienten dreht und nur sekundär, soweit relevant, um die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern.
Die analytisch orientierte Psychotherapie ist geeignet zur Behandlung von Zuständen, in denen die Person die Erfahrung macht, dass ihre eigenen Handlungen des Öfteren und vielleicht stets in ähnlicher Weise nicht zum Erreichen eines gesetzten Ziels führen.
DBT
Die dialektisch-behaviorale Therapie ist eine Therapieform, die vor über zehn Jahren auf der Basis der Verhaltenstherapie von Marsha Linehan entwickelt wurde.
Die DBT wurde als ambulante Therapieform entwickelt und besteht aus vier verschiedenen Bausteinen: Einzeltherapie, Fertigkeitentraining in der Gruppe, telefonischer Kontakt mit dem Therapeuten für Notfälle und regelmäßige Intervision.
In der Einzeltherapie werden die Problembereiche hierarchisch im Sinne der Dringlichkeit geordnet. An oberster Stelle stehen suizidales und selbstverletzendes Verhalten, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten, Beeinträchtigungen der Lebensqualität und der Verbesserung von Verhaltensfertigkeiten. Die Problemfelder werden in dieser Reihenfolge bearbeitet.
Die Patienten führen ein Tagebuch, in die Medikamenteneinnahme, Spannungszustände, Drogenkonsum und dysfunktionale Verhaltensweisen eingetragen werden.
Durch Verhaltensanalysen sollen die Betroffenen Einsicht in den Spannungsaufbau erhalten und üben, das im Fertigkeitentraining Gelernte in Handlungspläne einzubauen. Nach selbstverletzendem Verhalten oder Suizidversuchen werden die Betroffenen gebeten, solche Analysen selbst anzufertigen.
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie beruht auf Grundlagen der Lerntheorie. Der Schwerpunkt bei dieser Therapie liegt auf dem Verhalten. Die Verhaltenstherapie ist hart problemorientiert, behandelt bei komplexen Zuständen nacheinander die einzelnen Störungen. Infolgedessen wurden verschiedene Techniken entwickelt, etwa systematische Desensibilisierung, Selbstsicherheitstraining, Gedankenstopp, die Konfrontationstherapie bei Angst- und Zwangsstörungen, die Selbstveränderung.
Die Verhaltenstherapie ist indiziert bei gut abgrenzbaren Störungen, etwa Ängsten und Phobien, aber auch bei sexuellen Störungen, Zwängen und Depressionen.
AutogenesTraining
Das autogene Training ist eine von J.H. Schultz entwickelte Methode der konzentrativen Selbstentspannung, die es dem Betroffenen ermöglicht, eigenständig einen Ruhe- und Versenkungszustand herbeizuführen. Das Training wird innerhalb von sechs Sitzungen erlernt. Es kann zur autogenen Imagination weiterentwickelt werden, einer tiefenpsychologisch orientierten Therapie.
Bedeutsame Einsatzgebiete sind Stressbewältigung und Spannungsausgleich, Leistungssteigerung, Schmerztherapie. Daneben kommt es bei zahlreichen Störungen als unterstützende Behandlung zum Einsatz.
Psychopharmakatherapie
Bei einem bestimmten Ausmaß psychischer Beschwerden oder verschiedenen psychiatrischen Krankheiten sind Medikamente zeitweise oder über eine längere Dauer notwendig. Ein Medikament kann in bestimmten Fällen überhaupt erst den Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung ermöglichen, indem das zu große Leiden, wie Angst oder Depression durch die Wirkung des Medikaments gemindert wird, um die Situation, die Ursachen, die Veränderungsmöglichkeiten betrachten und Erlebtes verarbeiten zu können.

